Qualitätsrahmen für Deutsche Schulen im Ausland - Kontext und Ziele
Seit einigen Jahren erfahren Schulen im Inland wie im Ausland eine Stärkung ihrer Eigenverantwortung. Dies hat Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Einzelschule und Schulaufsicht. Es findet eine Akzentverschiebung von Schulaufsicht zu Schulberatung statt, denn internationale Vergleichsstudien haben ergeben: Qualität bedarf schulischer Gestaltungsräume auf der Grundlage klarer Maßstäbe, die aber mit regelmäßiger Rechenschaftslegung über erreichte Ergebnisse verbunden werden müssen. Deshalb haben Länder in der Bundesrepublik Deutschland begonnen, Systeme der Schulinspektion nach europäischen Vorbildern aufzubauen.
Die privat verfassten Deutschen Auslandsschulen benötigen in besonderem Maße Gestaltungsräume. Kulturpolitisch gewollt ist die Einbeziehung von Gegebenheiten der Sitzstaaten. Darüber hinaus müssen sie sich zukünftig noch stärker an den Entwicklungen auf den internationalen Bildungsmärkten orientieren, um ihre Existenz zu sichern.
Die innerdeutschen fördernden Stellen nehmen Verantwortung für die Qualität der Deutschen Schulen im Ausland in den Bereichen Unterricht, Personal und Organisation wahr. Diese Aufgabe setzt systematische und ganzheitlich ausgerichtete Vorstellungen von Schulqualität voraus und findet ihren Ausdruck in dem hier vorgelegten Qualitätsrahmen.
Der Bund-Länder-Qualitätsrahmen für Deutsche Schulen im Ausland nimmt zum einen die Aufgaben und Ziele des Bundes für Deutsche Auslandsschulen im Rahmen der Auswärtigen Kultur-und Bildungspolitik (AKBP) auf und bildet zum anderen das Qualitätsverständnis der Länder in den Bereichen Unterricht und Ergebnisse schulischen Lernens ab. Der Qualitätsrahmen weist schulische Qualität in Qualitätsbereichen, Qualitätsmerkmalen, Qualitätskriterien und Qualitätsindikatoren aus.
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Er ist entstanden aus der Zusammenarbeit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen mit Beauftragten der Kultusministerkonferenz im Rahmen der Berichterstattergruppe „Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung des Bund-Länder-Ausschusses für die schulische Arbeit im Ausland“ sowie einer Gruppe anerkannter Qualitätsexperten aus Hochschulen und Lehrerbildungsinstituten der Länder unter Leitung von Prof. H.G. Rolff.
Der vorliegende Qualitätsrahmen besteht aus 6 Qualitätsbereichen, 29 Qualitätsmerkmalen und 73 Qualitätskriterien und orientiert sich am Niedersächsischen Qualitätsrahmen sowie am Qualitätsrahmen für die INIS-Schulen („Internationales Netzwerk Innovativer Schulen“) der Carl Bertelsmann Stiftung unter Aufnahme zusätzlicher auslandsschulspezifischer Kriterien.
Der Qualitätsrahmen
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entwickelt das gemeinsame Qualitätsverständnis aller Deutschen Auslandsschulen;
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ermöglicht den Schulen differenzierte Rückmeldungen über den Stand der Schulentwicklung und der Schulqualität;
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regt an, Entwicklungsschwerpunkte zu vereinbaren;
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bildet die Grundlage für interne und externe Evaluation;
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ist die Basis für Schulberatung und Zielvereinbarungen der fördernden innerdeutschen Stellen mit den Schulen;
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ist die Voraussetzung für die Vergabe eines Gütesiegels geförderter Deutscher Auslandsschulen als Qualitätsschulen der Bundesrepublik Deutschland.
Köln, im November 2006
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen
Beauftragte der KMK für Deutsche Schulen im Ausland
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